Tragödien

Die meisten Themen der griechischen Dramen leiten sich aus der griechische Mythologie ab. Die Tragödien in Athen wurden in Form von drei Stücken präsentiert (Trilogien) und ihre Inhalte erstreckten sich darüber oft über mehrer Generationen,  die von dem Unheil in Mitleidenschaft gezogen waren [2].
Dargestellt wurde der Konflikt zwischen dem Willen des Individuums und seinem Schicksal, zwischen seinen Taten und den göttlichen Geboten. Sie sollte den Zuschauer durch Schrecken und Mitleid zur Läuterung führen. Der Held ist meist ein König von hohem Ansehen, der einen Fehler begeht und damit die Grenzen des ihm erlaubten überschreitet und sich der
Anmaßung (hybris)schuldig macht. Die Götter strafen ihn dafür, was meist seinen Untergang bedeutet [3].

In der Tragödie trugen die Helden ein weites, langes und buntes Prachtgewand, das dem Träger Glanz und Würde verlieh und auch schnelle Rollenwechsel ermöglichte. Vor der Einführung der Prachtgewänder trugen die Schauspieler wahrscheinlich Alltagskleidung [9].

Insgesamt sind 33 Tragödien erhalten geblieben, die von den drei bedeutendsten Dichtern des 5. Jahrhunderts verfasst wurden: Aischylos (sieben Stücke), Sophokles (sieben Stücke), Euripides (19 Stücke). Die meisten Stücke bestanden aus Dialog und Erzählung; viele Ereignisse der Handlung, insbesondere die blutigen Teile, fanden hinter der Bühne statt, wobei auch manchmal ein Sklave sterben musste, um es wirklicher wirken zu lassen [2].

 

Tragödien - Tragödien - Tragödien - Tragödien - Tragödien 

 

Aischylos


(525/524 bis 456/455 v. Chr.) ist der erste der drei großen Tragiker. Eine erste Theateraufführung fand schon in dem Jahren 466-496 statt; ein Sieg wird jedoch erst in 484 v. Chr. berichtet. Zentrale Themen sind bei Aischylos die göttliche und die menschliche Ordnung. Es wird geschätzt, dass er etwa 90 Dramen erstellt hat [6]. Er führt einen zweiten Schauspieler ein und gibt der Tragödie eine feste Struktur [3]:

  1. Prolog liefert grundlegende Informationen zur Handlung
  2. Parodos, der Einzug des singenden und tanzenden Chors
  3. Episoden, die von zwei Schauspielern rezitiert wurden
  4. zwischen den Episoden: Stasimon, ein Zwischengesang des Chors
  5. Exodus 

Stücke:
„Die Perser“, das auf der Schlacht von Salamis im Jahr 480 v.Chr. beruht
Orestie, die
einzig vollständig erhaltene Trilogie aus den Teilen

  1. „Agamemnon“: Klytaimestra ermordet Agamemnon aus Rache dafür, dass er zu Beginn des griechischen Zuges gegen Troja ihre gemeinsame Tochter Iphigenie opferte.
  2. „Choephoroi“: Mord des Orests an seiner Mutter Klytaimestra
  3. „Eumeniden“: Prozess und Freispruch Orests wegen Muttermordes

Sophokles

496 -406 v. Chr. war der Sohn eines reichen Unternehmers. Er bewarb sich 468 erstmalig bei einem Tragödienwettbewerb, bei dem das beste Stück von einer Laienjury ausgewählt wurde, und errang sogleich den ersten Preis. Dieser Sieg gegen den um 30 Jahre älteren unbestrittetenen Champion Aischylos war eine Sensation, die von Tumulten der Zuschauer begleitet war. Von ungefähr 130 Stücken sind sieben vollständig überliefert. Er errang 20 Siege und wurde nie Dritter. Im Mittelpunkt seiner Dramen steht nicht mehr die Weltordnung, sondern das Individuum[6].  Er führte einen dritten Schauspieler ein [3]

 

Stücke: Aias, Die Trachierinnen, Antigone, König Ödipus, Elektra, Philoktet, Ödipus auf Kolonos

 


Euripides


(485 – 406 v. Chr.) Der Sohn einer wohlhabenden Grundbesitzerfamilie erstellte 92 Dramen [6]. Er ergänzte bühnenbildnerische Elemente.

Euripides verwendete weniger bekannte Mythen als Thema. Er schloss sich der Haltung des kulturellen Relativismus der Sophisten an, was einer attischen Revolution gleichkam: Die Tradition, das Verhalten der Götter, das politische System wurden einer erbarmungslosen Kritik ausgesetzt. Euripides verwendete in Medea z.B. auch eine mechane, ein Kran, bei dem der deus ex machina scheinbar auf die Bühne herabschwebte und in das tragische Geschehen eingriff [3].

Stücke: Hippolytos, Medea, Bakchen, Andromache

Bilder: [5]