Allgemeines

Allgemeines zum antiken Theater Griechenlands

 

Theater heißt wörtlich übersetzt „Ort, wo man hinschaut“ [3]. Das griechische Theater dient als Vorläufer des europäischen Theaters. Viele Einrichtungen wurden über das römische Theater tradiert und sind noch heute erhalten.

Es wird vermutet, dass das Theater mit Liedern und Tänzen zu Ehren des Dionysos (s. unten) begann. Die Lieder wurden von einem Chor vorgetragen [1].

Um 534 v.Chr. fügte Thespis dem Chor einen einzelnen Schauspieler hinzu. Später kamen noch ein zweiter  (bei Aischylos) und ein dritter (bei Sophokles) Schauspieler hinzu [2]. Das griechische Wort für "erster Schauspieler" lautet "protagonistes". Es findet sich in unserem heutigen Wort "Protagonist" wieder [6].

Aber noch immer bildeten der Gesang und Tanz des Chores den Mittelpunkt des Stücks. Alle Rollen wurden von Männern mit Masken und Kostümen gespielt [2]. Ein Beispiel einer Maske ist links abgebildet (.Wikimedia Commons/DerHexer).

Die Theater sind runde Freilufttheater (Amphitheater) und waren immer gut besucht von den Bürgern. Sie boten bis zu 25.000 Zuschauern Platz. Alle Bürger hatten Zugang, oft auch die Frauen, nur Sklaven durften die Vorstellungen nicht besuchen. Der Staat wählte Dichter, Musiker, Schauspieler und Tänzer aus. Die Dichter mußten in einem Wettbewerb drei Tragödien und ein Satyrspiel einreichen, aus denen dann der Archote, der zuständige Beamte Athens die Stücke für einen Tag auswählte [1].

Jedem Dichter stand ein Chorege zur Seite, ein angesehener und reicher Bürger, der die Aufführung organisierte und finanzierte. Er bezahlte somit die Schauspieler. Die Choregie war äußerst prestigeträchtig und war deshalb sehr begehrt [7].                                                                       
Der Dichter war um 500 v.Chr. nicht nur "Regisseur", sondern auch Hauptdarsteller, Komponist und Choreograph. Erst im Laufe der Zeit wurden durch die Spezialisierung und Professionalisierung diese Rollen verteilt. Entscheidend für die Verteilung der Rollen soll Sophokles gewesen sein; er begann, Choreographen und Komponisten zu beschäftigen und Aristophanes soll die Regie sogar manchmal jemand anderem überlassen haben. Die Dichter schränkten sich im Laufe der Zeit immer mehr auf das Schreiben der Stücke ein und überließen die szenische Umsetzung der Texte den Schauspielern [9].


Der Zweck des antiken Theaters war, die Zuschauer mit den grossen Leidenschaften des Menschen und seinen inneren Konflikten zu konfrontieren, damit sie diese durch das Beispiel der Helden aus den Schauspielen verarbeiten und überwinden konnten. Protagonisten waren häufig Helden aus den Kriegen. Es wurden durchaus auch aktuelle Themen vorgeführt [3].
Die Theateraufführungen hatten  sowohl religiöse als auch kulturelle und gesellschaftliche bzw. politische Bedeutung. Sie dienten aber hauptsächlich dem Unterhaltungszweck, weswegen sie auch sehr beliebt waren bei der Bevölkerung und viele Leute kamen schon früh morgens lange vor der Vorstellung, um einen guten Platz zu bekommen. Der Eintrittspreis entsprach dem Tageslohn eines armen Bürgers und so konnten sich nur die Reichsten die Vorstellungen leisten.[9].  Sogar römische Bürger nahmen manchmal an den Vorstellungen teil. Die Vorführungen dauerten den ganzen Tag; es wurden die gewählten drei Tragödien, gefolgt von einer Komödie gespielt. Fast jede griechische Stadt hatte ein Theater, meistens in Stadtrandlage. Viele der beeindruckenden Amphitheater sind noch heute zu besichtigen.

 

Wissenswertes zu Dionysos:

Der Gott Dionysos (bei den Römern Bacchus) kam aus dem Orient und brachte den Menschen den Wein , aber auch die Trunkenheit. Er war der Gott der Unvernunft, der Befreiung des Menschen von dem eigenen Regeln, aber auch der Ausgegrenzten. Er erfreute sich deshalb bei den Ausgegrenzten der polis, den Frauen und Sklaven, großer Beliebtheit. [3]

 

 

 

 

 

 

 

 

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